1. Allgemeines über Computersucht
  2. Wie entsteht eine Computersucht?
  3. Wer ist von der Computersucht betroffen?
  4. Therapiemöglichkeiten

Allgemeines über Computersucht

Als Computersucht bezeichnet man das Verlangen, möglichst viel Zeit vor dem Computer verbringen.
Sucht im Allgemeinen ist eine psychische Störung. Computersucht gehört in den Bereich der nicht-stoffgebundenen Süchte, das heißt die Betroffenen sind nicht von einer bestimmten Substanz abhängig, wie es etwa bei der Drogensucht der Fall ist, sondern von einem bestimmten Verhalten.

Psychologen der ganzen Welt sind sich darüber einig, dass der Computer selbst nicht die Ursache für Computerabhängigkeit ist, sondern dass das süchtige Verhalten der Betroffenen nur eine Folge von tiefgehenden psychischen Problemen ist. Beispiele für diese Probleme können etwa Stress in Beruf oder Schule, allzu heftiger Streit in der Familie oder generelle Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben sein.

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Wie entsteht eine Computersucht?

Wie jede Form der Abhängigkeit kann auch die Computersucht nur über einen längeren Zeitraum entstehen, was zur Folge hat, dass der Beginn der Krankheit häufig niemandem, nicht einmal oder besonders nicht dem Betroffenen selbst, auffällt. Unbestritten ist, dass einer Entstehung der Sucht bereits eine maßlose Übertreibung des Konsums vorhergehen muss, das heißt dass betroffene Personen schon vor dem Beginn der Abhängigkeit zu viel Zeit vor dem Computer verbracht haben muss.

Zur Entstehung der Sucht müssen vielschichtige soziale Probleme gegeben sein. Die wohl größte Rolle dabei spielt die eigene Persönlichkeit. Ist diese nämlich gesund und stabil besteht kaum die Gefahr, die betroffene Person könnte Computerabhängig werden. Ist jedoch das Selbstwertgefühl sehr niedrig besteht durchaus die Möglichkeit der Entstehung eines süchtigen Verhaltens. Deshalb entstehen in kürzeren und längeren persönlichen Krisen die meisten Süchte. Die zweite Ursache für die Abhängigkeit liegt in dem sozialen Umfeld. Mit Abstand am Wichtigsten hierbei ist die Familie, die den Umgang mit den Medien entscheidend prägt.

Im Gegensatz zu anderen Süchten spielt der Freundeskreis nur insofern eine Rolle, dass er im Normalfall überhaupt nicht vorhanden ist oder sich die abhängigen Personen von ihnen mit der Zeit gänzlich abwenden.

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Wer ist von der Computersucht betroffen?

Da Computer erst seit den letzten zwei Jahrzehnten in den privaten Haushalten verbreitet sind, sind logischerweise hauptsächlich junge Menschen von der Computersucht betroffen, weil diese erstmals mit den neuen Rechnern aufgewachsen sind. Weit interessanter zu sein scheint die Tatsache, dass der mit Abstand größere Teil der Computerabhängigen männlichen Geschlechts sei. Bis jetzt wurde jedoch für dieses Phänomen noch keine Begründung gefunden.

Die Zahl der Betroffenen ist nicht ganz klar und kann daher nur geschätzt werden. Aktuell sollen aber mehr als 400.000 Menschen allein in Deutschland betroffen sein.

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Therapiemöglichkeiten

Die Therapie bei Computersucht bereitet einige Schwierigkeiten, die bei anderen Süchten in der Form nicht auftreten. So ist es für die meisten Betroffenen nicht möglich, völlig auf einen Computer zu verzichten, wie es beispielsweise bei Zigaretten der Fall wäre, weil in der heutigen Zeit der Computer nicht nur in der Berufsfeld, sondern auch im privaten Bereich immer notwendiger wird. Daher wird versucht, den Abhängigen den bewussten Umgang mit dem Computer zu lehren.

Ein weiteres Problem bei der Therapie ist, dass die meisten Computersüchtigen wenig Bezug zur realen Welt haben, dass heißt dass sie mit ihren Freunden und Verwandten wenig unternehmen können. Deshalb ist es wichtig, dass das Interesse der Betroffenen für Sport und Freizeitbeschäftigungen geweckt wird.

Bei süchtigen Jugendlichen sollte die Therapie auch immer mit den Eltern durchgeführt werden, weil die häufig an der Beziehung zwischen Eltern und Kind etwas ganz und gar nicht stimmt.

Dadurch, dass Computersucht immer noch keine anerkannte eigene psychische Krankheit ist, kann man bei etwaigen Therapien leider nicht mit finanzieller Unterstützung durch die Krankenkassen rechnen.

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