Das Projekt im Haus der Musik (HDM) welches wir im Jänner 2022 in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck im Rahmen von kidz.in.action sowie unseren Lehrkräften: Mag. Aichinger und Mag. Schleritzko, ging heute, 26.09.23, mit der Befragung des haltigkeitsbeauftragten Herrn Weihermüller zu Ende. (Siehe Artikel Februar 2022)
Die einzelnen Gruppen konnten Herrn Weihermüller zum Stand der Entwicklung in Bezug auf Nachhaltigkeit, insbesondere auf allfällige Aktionen auf Grund ihrer Empfehlungen im Jänner, befragen.
Gruppe Strom und Beleuchtung (Herzfeld Florian, Zarick Leonard und Schaden Jakob)
Unsere Gruppe, bestehend auf Herzfeld Florian, Zarick Leonard und Schaden Jakob befasste sich mit dem Thema rund um Beleuchtung und Stromsparmaßnahmen. Die Fragen, welche wir in diesem finalen Interview stellten waren wie folgt:
Haben sie sich schon mit dem Österreichischen Umweltzeichen beschäftigt?
Schon am Anfang des Interviews ging Herr Weihermüller auf dieses Thema ein, ohne das wir diese Frage gestellt hätten. Herr Weihermüller sagte, dass aufgrund einer neuen Vorgabe der Wienholding, nach der bis 2040 jedes Tochterunternehmen das Österreichische Umweltzeichen besitzen muss, das HdM schon mit der Umsetzung begonnen hat. 19 der 49 Pflichtvorgaben hat wurden bereits umgesetzt, und weitere, wie zum Beispiel der Umbau der Toiletten, stehen auf der Warteliste.
Herr Weihermüller erklärte aber, nicht alles selber entscheiden zu können, da die Entscheidungen auch betriebswirtschaftlich Sinn machen müssen. Diese hat der Geschäftsführer abzuwägen. Weiters meinte er, dass auch einige Veränderungen am Gebäude nicht unmittelbar passieren können, da das Haus der Musik das Gebäude nur mietet.
Benutzen Sie schon Bewegungsmelder um in besonders ruhigen Räumen den Stromverbrauch zu verringern? Wenn nein, was für Probleme sind aufgetreten? Ist die Umsetzung in Planung?
Nein, da bei der Umsetzung massive elektronische Probleme auftreten würden. Zudem sind bereits alle Beleuchtungen auf LED umgestellt, sodass hier bereits geringere Kosten anfallen.
Wie sieht es mit einem Umstieg auf Ökostrom aus? Hat sich da etwas getan? Haben sie schon mit der Hausverwaltung geredet?
Das Haus bezieht seinen Strom von verschiedenen kleinen Stromverträge wie zum Beispiel im Restaurant, im Eventbereich, im Ausstellungsbereich. Die Hauptstromversorgung läuft über die Wien-Holding, wodurch sie keine Entscheidungsmöglichkeit haben. Da Ökostrom aber ein Teil des Österreichischen Umweltzeichen ist wird ein Umstieg in Zukunft notwendig sein.
Wie schaut es mit Photovoltaikanlagen aus? Ist ein Umstieg möglich?
Nur schwer. Da das Haus unter Denkmalschutz steht, ist die Fläche für die Photovoltaikanlagen nur sehr klein. Eine Installierung würde sich dementsprechend nicht lohnen.
Gruppe Automaten (Sara Bozilovic und Franka Fayadh)
Die Kühlung der Getränke- und Snack-Automaten, wurde um 2°C reduziert.
Es werden nun auch vegane und vegetarische Alternativen, in den Automaten, angeboten. Diese sind ebenfalls nachhaltiger produziert als die des regulären Sortiments.
Mehr Auskunft konnte uns leider nicht gegeben werde, da der Verantwortliche für die Abteilung der Automaten/des Shops einen Tag zuvor krank geworden ist.
Gruppe Reinigung/Putzmittel (Tessa Weis)
Wir haben vorgeschlagen, dass Sie wiederverwendbare Putzhandschuhe anstatt Einweghandschuhe benutzen. Haben Sie das umgesetzt?
Nein, noch nicht. Wir beantragen gerade das Umweltzeichen, weshalb wir verschiedene Punkte bearbeiten müssen. Da wird das bestimmt auch ein Punkt sein. Gerade beschäftigen wir uns mit anderen Sachen.
Wir haben Ihnen auch verschiedene Putzmittel vorgestellt. Welche haben Ihrer Putzmittel haben Sie bis jetzt ausgetauscht?
Uns ist erst letztens ein Putzmittel ausgegangen. Wir haben es ausgetauscht mit einem Produkt von „Blauer Engel“. Andere haben wir noch nicht ausgetauscht. Das sind einfach laufend doppelt so viele Kosten wie sonst. Aber auch hier werden wir mit der Zeit auf Produkte mit irgendeinem Öko-Siegel umstellen.
Ein Vorschlag war noch, dass Sie eine Weiterbildung zum Thema „ökologische Reinigung“ machen. Haben Sie diese gemacht?
Wir müssen jetzt sowieso an Weiterbildungen und verpflichtende Untermessungen teilnehmen. Es gibt inzwischen viele Weiterbildungen, auch zur ökologischen Reinigung.
Was wären Ihre konkreten Pläne für die Zukunft? Was werden Sie noch ändern?
Wir haben zum Beispiel schon angefangen die Papiertücher auf den Toiletten gegen Klatluft-Trockner auszutauschen. Viele Sachen werden wir wegen dem Umweltzeichen, wie die Wassermenge aus der Leitung und auf den Toiletten zu vermindern und reinigungsmäßig werden wir auf Produkte mit Öko-Siegel setzten, Weiterbildungen in Anspruch nehmen und, die Punkte, die für das Umweltzeichen benötigt werden umsetzen.
Gruppe Recycling (Angelina Mateo und Lina Pepic)
Gibt es schon einen getrennten Mistkübel nur für Tickets?
Nein. Herr Weihermüller meinte, er sei dafür nicht zuständig und kann uns dementsprechend nicht mehr dazu sagen.
Gibt es jetzt striktere Maßnahmen zu der Mülltrennung im Haus der Musik?
Im Snackautomatenbereich kann der Müll getrennt werden. Die Besucher*innen trennen ihn laut Hinweisschildern trotzdem nicht.
Benutzen sie jetzt recyclebare Mistsackerl?
Nein, mit der Begründung, dass das HdM eine große Anzahl auf einmal bestellt und ein Großteil davon sich zersetzen würde, bevor sie zum Einsatz kommen.
Haben Sie das Drucken der Papiertickets um 40% reduzieren können?
Nein. Mehr Angaben gibt es nicht, da der Herr nicht dafür zuständig ist.
Was wollen Sie in Zukunft zum Thema Mülltrennung im Haus der Musik noch ändern, beziehungsweise was können Sie noch verbessern?
Wissen sie noch nicht.
Fortschritt: Es werden keine Papiertücher mehr eingekauft. In den für die Gäste zugänglichen Toiletten gibt es stattdessen Kaltluft-Handtrockner.
Gruppe Marketing (Larissa Hovannesian, Milica Nikolic, Nelli Moiseenko)
Wird recyceltes Papier für Tickets, Flyer, etc. verwendet?
Recyceltes Papier wurde schon seit längerer Zeit verwendet, weshalb bereits auf Nachhaltigkeit in diesem Bereich geachtet wurde.
Wurde die Werbung digitalisiert?
Sie sind definitiv aktiver auf Instagram als davor, also auf Online Marketing wird inzwischen mehr Wert gesetzt, als vor unseren Vorschlägen.
Gibt es Flyer online?
Ja durch QR-Codes sind Flyer inzwischen online verfügbar und es wurden sogar 5 Flyer, die davor verfügbar waren abgesetzt.
Werden QR-Codes eingesetzt?
QR-Codes sind inzwischen auch durch zum Beispiel Guides online verfügbar. QR-Codes werden verschiedenst eingesetzt.
Werden die Flyer in einer nachhaltigen Druckerei gedruckt?
Es werden Druckereien beauftragt die auf nachhaltigen, recycelten Papier drucken.
Wird der TikTok-Account weitergeführt?
TikTok wird aufgrund Sicherheitsgründen beziehungsweise Datenschutzbedenken für Online-Marketing von der Coorporation nicht empfohlen. Deshalb wird im Haus der Musik auf Marketing auf TikTok verzichtet.
Gruppe Mitarbeiter:innen und Nachhaltigkeit (Ulfa Gazi, Sarah Schindegger)
Fragen:
Haben Sie die verschiedenen Organisationen kontaktiert bzw. fanden Schulungen statt?
Wenn Ja, wie lief es? Wie viele Schulungen haben die Mitarbeiter/innen schon besucht? Stehen Sie weiterhin in Kontakt für Folgeschulungen?
Haben Sie die Mitarbeiter/innen nach ihren Meinungen dazu befragt? Finden Sie, dass sich (positive) Veränderungen im Verhalten der Mitarbeiter/innen bzgl. Nachhaltigkeit ergaben (z.B. Mülltrennung)?
Wenn Nein, wieso fanden die Schulungen nicht statt? Welche Probleme ergaben sich? Wie versuchen Sie diese zu lösen? Wie sieht der weitere Plan aus?
Ergebnisse:
Schulungen fanden noch nicht statt und die Organisationen wurden noch nicht kontaktiert. Jedoch wird dies noch passieren, denn die Schulungen sind essentiell für das Erhalten des Österreichischen Umweltzeichen. Außerdem wurde angemerkt, dass sie noch nicht alles dieses Jahr umsetzen wollen, damit sie Jahr für Jahr neue Verbesserungen vornehmen können.
Gruppe Nachhaltigkeit im Museumsshop (Luis Pratter und Felix Blaha)
Was hat sich in Shop seit letztem Jahr verändert?
Noch keine schwerwiegenden Veränderungen vorgenommen, erst bei der Einführung des Umweltsiegels wird es umgesetzt.
Ist es möglich gewesen auf alle Plastikverpackungen in Shop zu verzichten? Wenn ja, was für Alternativen haben Sie jetzt?
Alles was importiert wird, kann das HdM nicht kontrollieren. Ihre eigenen Produkte haben keine Plastikverpackungen. In Zukunft achten sie darauf, dass aus der EU importierte Produkte mit alternativen Verpackungsmaterialien wie z.B.: Mais versendet werden.
Haben Sie es geschafft nur noch Produkte aus EU Ländern im Shop anzubieten? Wie viele davon sind aus Österreich?
Ihr Ziel ist es mindestens 2 nachhaltige regionalproduzierte Produkte anzubieten. Die neue Shopleitung war nicht anwesend, deshalb konnten wir keine weiteren Antworten bekommen.
Werden noch immer Produkte angeboten die nichts mit dem Haus der Musik zu tun haben? (normales Kinderpuzzle, Campinglampe)
Herr Weihermüller konnte dazu keine konkrete Aussage geben. Der Shop öffnet erst nach unserem Besuch.
Können Sie sich vorstellen das der Shop in 8 Jahren komplett Klimaneutral sein wird?
Ja, da von den Holdingfirmen das Umweltsiegel verlangt wird.
Gruppe Catering (Sebastian Schwarz und Markus Smith-Edogun)
Welche Caterer haben sie derzeit im „Sortiment“?
Drei, von denen Herr Weihermüller die Namen jedoch nicht kannte.
Wie oft haben Sie seit unserem letzten Besuch Catering an Kunden weitervermitteln?Wie oft haben Sie unsere nachhaltigen Vorschläge bereits an Kunden vermittelt? Wie oft haben sich Kunden bereits für das nachhaltige Catering entschieden?
Leider hatte Herr Weihermüller keine Information dazu, da das Catering nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fällt und die entsprechende Person leider verhindert war.
Leider ging nicht so viel weiter, wie die Schüler:innen erhofft hatten, aber dafür dass das HdM zu einem Betrieb der Wienholding gehört, ist es definitiv Vorreiter in Sachen Effizienz zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Dies hat es definitiv dem Engagement und der Motivation von Herrn Weihermüller zu verdanken.
Besonders erfreulich war, dass einige der Maßnahmen der Schüler:innen bereits umgesetzt wurden und das Ziel besteht, weitere Ideen der Klasse 8A zu verfolgen.
Wir möchten uns auch an dieser Stelle noch einmal herzlich beim Haus der Musik, insbesondere Herrn Weihermüller, bedanken, dass wir dieses Projekt durchführen konnten und es auf so fruchtbaren Boden gefallen ist. Des Weiteren möchten wir uns auch noch bei Melanie Frick und Nina Liebhaber von der Universität Innsbruck bedanken, die uns auch für die Follow-Up-Erhebung mit Rat und Tat zur Seite standen.
Danke.